PKW Führerschein

Der PKW Führerschein ist ein Dokument, das dem Inhaber bescheinigt, über eine Fahrerlaubnis zum Führen von PKW zu verfügen. Die Fahrerlaubnis ist ein Dauerverwaltungsakt, der bei der Behörde dokumentiert ist, während der Führerschein das vom Fahrzeugführer mitzuführende Dokument ist. Fahren ohne Fahrerlaubnis ist dementsprechend eine Straftat, Fahren ohne Führerschein eine Ordnungswidrigkeit.

Die zum Führerschein gehörende Fahrerlaubnis wird nach vorangegangener Ausbildung (inklusive 1.-Hilfe-Lehrgang) und entsprechender Prüfung erteilt, im Falle des PKW Führerscheins in Deutschland Personen ab vollendetem 18.Lebensjahr. Deutsche Personen ab vollendetem 17.Lebensjahr können seit dem 01.01.2011 mit dem BF 17-Führerschein in Begleitung eines erfahrenen Autofahrers ebenfalls einen PKW führen. Diese Regelung gilt nur für Deutschland und Österreich. Die Begleitperson muss mindestens 30 Jahre alt und seit mindestens 5 Jahren im Besitz eines gültigen PKW-Führerscheins sein, muss auf der Prüfbescheinigung amtlich vermerkt sein und darf zu diesem Zeitpunkt höchstens drei Punkte in Flensburg haben. Für den Fahrer gilt bei dem begleiteten Fahren die 0,0-Promille, für die Begleitperson die 0,5-Promille-Grenze. Die begleitende Person darf nicht aktiv ins Fahrgeschehen eingreifen, sondern nur beraten. Der Fahrer muss zudem seinen Personalausweis oder Pass mitführen, da der Führerschein ab 17 kein Lichtbild enthält.

Die Erteilung der Fahrerlaubnis und Ausstellung des zugehörigen Führerscheins ist über die Fahrprüfung hinaus an weitere Voraussetzungen gebunden. Der Führerscheininhaber muss über die körperliche und psychische Eignung zum Führen eines PkW verfügen. Körperliche Voraussetzungen sind definiert. Bei ungenügender Sehschärfe wird gegebenenfalls eine Brille beim Führen des PKW vorgeschrieben, bei anderen Behinderungen kann die Fahrerlaubnis für ein personenbezogenes speziell konstruiertes Fahrzeug als Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Die psychische Eignung oder Fahreignung ist ein schwammiger Begriff und wird bei der Ersterteilung nicht überprüft, jedoch nach wiederholten und schwerwiegenden Verstößen gegen das Verkehrsrecht im Rahmen der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Diese wird nach Fahrerlaubnisentzug aufgrund solcher Verstöße behördlich angeordnet. Der Hintergrund der MPU ist der Gedanke, dass Menschen sich durchaus im allgemeinen Rechtsverkehr korrekt und angepasst verhalten können, im Straßenverkehr jedoch nicht - und umgekehrt. Daher werden im Rahmen der MPU nicht nur Wissens-und psychologische Tests sowie Drogenscreenings durchgeführt, sondern es wird auch versucht durch Befragungen zu ermitteln, inwieweit der Betreffende sich seiner Verantwortung für sein Verhalten im Straßenverkehr bewusst ist und gewillt, diese in Zukunft wahrzunehmen. Hiermit meint man die charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges, denn ansonsten angepasste, auch drogenfreie Menschen können sich in der Funktion als Kraftfahrer fehleinschätzen und ihre Fähigkeiten überschätzen und dadurch erhebliche Gefährdungen verursachen.

Der PKW Führerschein der Klasse 3 oder B (bzw BF 17) berechtigt zum Führen von mehrspurigen Kraftfahrzeugen bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht und bis 9 Insassen inklusive Fahrer, mit Anhänger bis 0,75 t oder als Zug mit Gesamtmasse von 3,5 t. Er schließt die Klassen M, L und S mit ein, das sind Kleinkrafträder bis 45 km/h, auch dreirädrig, und Zugmaschinen der Landwirtschaft bis 32 km/h.

Ab 19.01.2011 muss die seit 2007 gültige EU-Führerscheinrichtlinie in nationales Recht umgesetzt und ab 19.01.2013 angewendet werden. Ab 2012 wird der Europäische Führerschein bei der Neuausstellung verbindlich. Die alten Führerscheine bleiben bis 2032 gültig.